Geheimwaffe: Atmung

Wenn wir einatmen, nehmen wir ein bisschen von unsere Umwelt in uns auf. Wenn wir wieder ausatmen, geben wir damit auch ein bisschen von uns selbst ab. Der Atem ist unsere wichtigste und elementarste Verbindung zur Welt. Und das Wort "Yoga" bedeutet genau das - Verbindung. Deshalb ist die Atmung auch schon seit jeher einer der wichtigsten Bestandteile einer traditionellen Yoga-Praxis, wo es als "Pranayama" bezeichnet wird. "Prana" bedeutet auf Sanskrit "Lebenshauch" und "Yama" steht für "Zügelung" oder "Verzögerung". Wer es beherrscht, seinen Atem zu kontrollieren, zu zügeln, und im Idealfall (das ist allerdings sehr fortgeschritten!) sogar nachhaltig zu verlangsamen, der kann sich jederzeit und überall in einen Zustand der tiefsten Entspannung versetzen. Der Körper wird gereinigt, der Geist beruhigt und die Energie gelenkt. Klingt das nicht wunderbar?


Der Atem ist wahrhaftig der Spiegel unserer Seele. Wenn wir Stress haben, atmen wir schneller, einige neigen sogar zur Hyperventilation. Wenn wir ganz ruhig sind, zum Beispiel im Schlaf, verlangsamt sich unser Atem. Eine tiefe, langsame und rhythmisierte Atmung führt zu einer Ausschüttung der Wohlfühlhormone Serotonin und Oxytocin und aktiviert den Parasympaticus im Gehirn. Dadurch können sich sämtliche Zellen im Körper erneuern und selber heilen.


Wir nehmen in der Regel zehn bis 15 Atemzüge pro Minute, was einer Anzahl von etwa 15'000 bis 20'000 Atemzügen pro Tag entspricht. Wer einmal ein Baby beim Schlafen beobachtet hat, hat sicherlich bemerkt, wie sich das kleine Bäuchlein bei jedem Atemzug hebt und wieder senkt. Es scheint ausschliesslich in den Bauch zu atmen, die Brust hebt sich kaum. Wir haben jedoch oft das Gefühl, in die Lungen, also in die Brust, atmen zu müssen, was zu einer flachen Atmung und im schlimmsten Fall zu Angstzuständen oder Nervosität führen kann. Eine Bauchatmung kann jedoch wieder antrainiert werden, es braucht - wie vieles im Leben - nur ein bisschen Übung und Geduld.


Auch mit Kindern kann man bereits Atemübungen durchführen. Das hat zunächst sehr viel mit Achtsamkeit zu tun, denn sie müssen sich einer Sache, die eigentlich automatisch funktioniert, bewusst werden. Dann erst können sie lernen, die Atmung selber zu steuern und sich damit zu regulieren. Was bei Kindern jedoch nicht empfehlenswert ist sind kurze, hechelnde Atemzüge, welche zu Hyperventilation führen können und für Epileptiker sogar sehr gefährlich werden können.


Unter der Rubrik "Ideen" habe ich wiederum einige Atemübungen für den Unterricht und für zu Hause zusammen getragen. Nehmt Euch die Zeit und haucht Eurer Atempraxis neues Leben ein, es lohnt sich!


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