Selbstfürsorge

Es kann manchmal ganz schön viel werden: Beruf, Kinder, Haushalt, Freunde... Die Woche hat jedes Mal wieder nur sieben Tage, und die Tage fliegen vorbei. Der Wäschehaufen nicht.


Um den Kindern im Kindergarten und auch meinen eigenen Kindern Achtsamkeit und innere Ruhe vermitteln zu können, führt kein Weg daran vorbei, bei mir selbst anzufangen. Nur eine entspannte und ausgeglichenen Lehrerin und Mutter kann diese innere Haltung auch ihren Schülern weitergeben. Das lässt sich nicht nur mit Theorie, sondern ausschliesslich durch die eigene Praxis lernen. Im Buch "Happy Teachers Change the World" von Thich Nhat Hanh und Katherine Weare wird darauf hingewiesen wie wichtig es ist, den Schülern beizubringen WIE sie aufmerksam zuhören und Dinge wirklich aktiv wahrnehmen und aufnehmen können, um sie nachhaltig lernen zu können, anstatt sie lediglich zu Aufmerksamkeit und Ruhe anzuhalten, wie es in vielen Klassenzimmern der Fall ist.


In letzter Zeit kam ich dabei aber auch öfter an meine Grenzen denn je. Ich hatte permanent das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. So als entgleite mir etwas. Ich lag abends grübelnd im Bett und konnte nicht einschlafen, ging To-Do-Listen durch und zweifelte an meiner eigenen Fähigkeit, alles unter Kontrolle zu behalten.


Spätestens da wusste ich: ich muss die Notbremse ziehen, einen Gang zurück schalten. Ich habe für mich Strategien entwickelt, die mir helfen, für mich selbst zu sorgen und in sehr stressigen Zeiten eine innere Ruhe zu behalten. Diese Strategien möchte ich gerne mit Euch teilen.


1. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Trotz meiner Einschlafprobleme und entsprechend kurzen Nächten achte ich immer darauf, morgens zur gleichen Zeit aufzustehen. Die frühen Morgenstunden, wenn die Kinder noch schlafen, sind für mich zu einer kleinen Insel der Ruhe und Selbstfürsorge geworden. Ich habe ein Morgenritual mit Yoga und Meditation entwickelt, dass mich voller Energie und Zuversicht in den vor mir liegenden Tag mit all seinen To-Do's und Herausforderungen starten lässt. Dafür lohnt sich das Aufstehen allemal!


2. Ein Hoch auf das Frühstück

Ein Teil meines Morgenrituals ist die Zubereitung eines gesunden und nahrhaften Frühstücks. Das besteht bei mir persönlich meistens aus einem frisch gekochten Porridge aus Haferflocken, Chia- oder Leinsamen, Wasser und etwas Milch, unter das ich noch einen Esslöffel Nussbutter mische. So wird es schön cremig und süss. Darauf verteile ich frische Beeren, Bananenscheiben, Nüsse oder ein bisschen knuspriges Granola. Ein Traum. Ich bin davon bis Mittags satt und weiss, dass ich meinem Körper zumindest eine gesunde Mahlzeit mit vielen wichtigen Nährstoffen zugeführt habe, selbst wenn der Rest des Tages dann aus ungesunden Snacks und viel zu viel Süssem besteht (ich bin leider ein "Stressfutterer"...)


3. Um Hilfe bitten

Mir fällt es zugegebenermassen manchmal ziemlich schwer, Schwäche einzugestehen und aktiv um Hilfe zu bitten - es ist aber unheimlich wichtig. Wir sind alle nicht perfekt und wir müssen lernen, gewisse Dinge zu delegieren. Meine Schwiegermutter erledigt schon seit Jahren meine Bügelwäsche, und ich werde ihr dafür ewig dankbar sein. Im Gegenzug unterstützen wir einmal jährlich ein von ihr gewähltes soziales Projekt.


4. Yoga!

Wer hätte es gedacht - natürlich kommt auch Yoga in dieser Liste vor. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, mindestens fünf Minuten pro Tag Yoga zu machen, auch wenn es nur ein paar achtsame Atemzüge und eine tiefe Dehnung sind. Wie oben schon erwähnt erledige ich das in der Regel bereits früh am Morgen, als Teil meines Morgenrituals. Manchmal möchte ich morgens jedoch lieber einfach nur mit einem Kaffee oder einem Kurkumatee auf dem Sofa sitzen und die Ruhe geniessen, dann baue ich stattdessen noch eine kleine Yoga-Session am Abend ein, manchmal sogar wenn ich schon im Bett liege. Hier ist eines von vielen tollen Beispielen für Yoga im Bett, welche auf YouTube zu finden sind. An den Wochenenden, wenn ich nicht zur Arbeit hetzen muss und die Kinder in der Regel etwas länger schlafen, nehme ich mir dann so richtig viel Zeit und verbringe bis zu 90 Minuten auf der Yogamatte.


Abschliessend bleibt nur noch zu sagen, dass wir es alle wert sind, von uns selbst geliebt und entsprechend gepflegt zu werden. Nehmt Euch bewusst Auszeiten und kleine "Me-Time"-Inseln im Alltag, auch wenn der Wäscheberg dadurch nicht kleiner wird.


Namasté!


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