Superman Abendritual

Aktualisiert: 9. Juli 2019

Es gibt für mich nichts Entspannenderes, als nach einem anstrengenden und ereignisreichen Tag gemeinsam mit den Kindern in eine „Insel der Stille“ einzutauchen. Nach dem Buch "It's Buddha Time" von Daniela Heidtmann haben wir dafür unser ganz spezielles Yoga-Abendritual entwickelt, welches je nach Stimmung und Müdigkeit der Kinder variiiert werden kann, grundsätzlich aber immer nach dem folgenden Schema abläuft:

  1. Aktive Phase - Yoga Asanas

  2. Passive Phase - Entspannung

  3. Schweigephase - Meditation

Zuerst machen wir gemeinsam eine Zeit ab, zu der das Abendritual beginnen soll. So lange dürfen die Kinder dann noch spielen, sie wissen aber genau, wann sie damit aufhören und sich parat machen müssen. Dann ziehen sie ihre Pyjamas an, putzen die Zähne, trinken noch ein Glas Wasser, gehen auf die Toilette, waschen ihre Hände und das Gesicht. Jetzt kann es mit der ersten Phase des Abendrituals losgehen.



1. Aktive Phase - Asanas

Für die Yogaübungen muss ich zuerst herausfinden, in welcher körperlichen und geistigen Verfassung sich die Kinder gerade befinden. Hatten sie einen anstrengenden und aufreibenden Tag und sind dementsprechend aufgewühlt? Oder hatten sie gerade noch untereinander Streit und sind traurig oder aggressiv? Sind sie ausgeglichen, fröhlich und guter Dinge, aber noch kein bisschen müde? Oder können sie sich im Gegenteil kaum noch auf den Beinen halten? danach entscheide ich dann, welche Übungsreihe wir gemeinsam praktizieren. Als Beispiel stelle ich die „Happy-Sattva-Asanas“ vor, welche wir wählen, wenn die Kinder fröhlich und guter Dinge sind und noch (zu) viel Energie haben. Die Übungsreihe ist nämlich so aufgebaut, dass sie die Energien des Körpers immer weiter zur Ruhe kommen lässt, indem sie ohne viel Auf und Ab vom aufrechten Stand Richtung Boden wandert. Bilder zum durchklicken:




2. Passive Phase - Entspannung

Um die zweite Phase des Abendrituals einzuläuten, zünden wir gemeinsam eine Kerze an und halten einige Atemzüge inne und beobachten dabei die Flamme. Nun folgt der Entspannungsteil.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Verfassung der Kinder. Sind sie total k.o. und die Äuglein fallen schon fast zu, reicht es schon, eine Geschichte vorzulesen oder sie in eine Traumreise zu begleiten, bei der sie einfach mit geschlossenen Augen zuhören und ihren Körper spüren. Eventuell sind die Kinder im Geiste aber noch mit den Ereignissen des Tages beschäftigt und haben noch einen grossen Mitteilungsbedarf, dann rekapitulieren wir noch einmal gemeinsam den Tag, und zwar in umgekehrter Reihenfolge, von den gerade abgeschlossenen Yogaübungen bis hin zum Aufstehen am Morgen. Dabei fokussieren wir uns ganz besonders auf positive Erlebnisse und Erfahrungen, und heben diese hervor. Das hilft den Kindern dabei, diese positive Perspektive als Grundhaltung einzunehmen.


Sind die Kinder aber weder zu müde noch zu aufgewühlt, wählen wir in dieser Phase meistens die „Goldtröpfchen-Massage”. Dafür formen die Kinder mit ihren Handinnenflächen zunächst ein Schälchen und bekommen von mir je zwei Tröpfchen „Goldöl“ (ein flüssiges Körperöl wie Mandel-, Argan- oder Lavendelöl, abgefüllt in ein Pipetten-Fläschchen) hinein getröpfelt. Dazu sagen wir den folgenden Spruch: „Goldtröpfchen, Goldtröpfchen! Komm in meine Hand, und mach sie weich wie Samt.“ Nun dürfen die Kinder ihre Hände einölen, riechen und spüren. Sie sollen dabei tief ein- und ausatmen.

Dann nehme ich selbst noch etwas von dem Öl, und beginne die Füsse der Kinder sanft damit zu massieren. Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit dabei nacheinander auf die einzelnen Zehen und schliesslich auf die Fusssohle. Dann lasse ich meine warmen Hände für einen Moment still auf den Füssen der Kinder liegen und lasse die Wärme in Gedanken weiter über die Beine, den Bauch, die Brust und den Rücken wandern. Die Kinder nehmen ihren Körper achtsam war. Danach geht es weiter mit einer Handmassage, bei der ich zuerst die Finger und dann die Handinnenflächen massiere und einöle. Dann lasse ich meine Hände wieder für eine Weile auf den Händen der Kinder liegen und lasse die Wärme über die Arme, die Schultern und den Nacken in den Kopf wandern. Nun folgt eine sanfte Gesichtsmassage, bei der ich sanft das Kinn, den Unterkiefer, die Lippen, die Nase, die Wangen, die Augen, die Stirn, die Schläfen und die Ohren berühre. Zum Schluss lege ich meine Hände noch einmal auf die Hände des Kindes und lasse es noch einmal den ganzen Körper spüren, der sich jetzt warm, weich und ganz schwer anfühlt. Er sinkt immer weiter ins Bett, wo viele schöne Träume warten.


3. Schweigephase - Meditation

Die Abschlussphase des Abendrituals wird mit dem „Gute-Nacht-Kuss der Stille“ eingeleitet. Er versiegelt quasi unsere Münder. Ich bleibe danach im Zimmer der Kinder, es wird aber nicht mehr miteinander gesprochen. Dies ist der Moment in dem ich - entspannt auf dem Boden sitzend - an meiner eigenen Meditationspraxis arbeite, der „yogischen Königsdisziplin“, in der ich noch viel Übung brauche. Dazu folgt aber noch ein eigener Blogbeitrag.

Sobald die Kinder eingeschlafen sind, verlasse ich leise und achtsam das Zimmer, natürlich nicht ohne vorher die Kerzen auszupusten.


Gute Nacht und Namasté!

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